Wissenschaftliche Kongresse – ESSPD
Am 7. September fand in Lausanne der 8. Internationale Kongress der European Society for the Study of Personality Disorders (ESSPD) statt. Das FNPG war dort unter anderem durch zwei seiner Direktorinnen, Isabelle Gothuey und Florence Guenot, vertreten. Das FNPG präsentierte einen Beitrag über innovative Ansätze bei der Umsetzung der dialektischen Verhaltenstherapie (DBT) bei Borderline-Persönlichkeitsstörungen in der öffentlichen Psychiatrie sowie das stationäre Programm LUNA PREM.
Im Rahmen des Symposiums zur Einführung der DBT im französischsprachigen Raum zeichneten Claudie Gaillard und Florence Guenot die Geschichte des ambulanten Programms zur Regulation von Impulsivität und Emotionen PRISME nach. Florence Guenot lernte die von Marsha Linehan entwickelte DBT 1997 kennen und vertiefte ihre Kenntnisse anschliessend im Rahmen einer Intensivausbildung bei Prof. Linehan in Seattle. 2003 wurde eine erste Skillsgruppe ins Leben gerufen, aus der 2009 PRISME hervorging. Heute verbindet PRISME therapeutische Behandlung, Forschung und Ausbildung. Über einen Zeitraum von zwölf Monaten kombiniert das Programm eine individuelle Psychotherapie, eine Skillsgruppe, telefonisches Coaching zwischen den Sitzungen und eine Supervision des Behandlungsteams. Das Programm wurde inzwischen auf Abhängigkeitserkrankungen sowie auf den Einsatz im Gefängnis, bei Jugendlichen und im stationären Bereich ausgeweitet. Es umfasst zudem eine Gruppe für Angehörige sowie eine digitale Version. Seit 2024 wird in einer vorgelagerten Gruppe mit den Patientinnen und Patienten geklärt, ob sie bereit sind, sich verbindlich auf diese anspruchsvolle Behandlung einzulassen.
LUNA PREM: PRISME im stationären Setting
Mit LUNA PREM wird PRISME auch im stationären Setting angeboten. Die Station mit 21 Betten richtet sich an dieselbe Zielgruppe. Das vierwöchige Intensivprogramm zielt darauf ab, den Umgang mit Emotionen zu verbessern, Risikoverhalten zu reduzieren, Beziehungen zu stabilisieren und das Selbstwertgefühl zu stärken. Beteiligt sind die Teams des Bereichs Erwachsenenpsychiatrie und -psychotherapie, der Pflegeabteilung, der psychologischen Abteilung, der Spezialtherapien und des Sozialdienstes. Das Programm umfasst eine beziehungsorientierte Pflege sowie Kunst- und Ergotherapie. Diese Kontinuität über die ambulante und stationäre Versorgung hinweg ist eine Premiere in der Westschweiz und LUNA PREM erhält bereits Anfragen aus allen Westschweizer Kantonen. Zu den ersten Ergebnissen einer Zufriedenheitsbefragung unter den Patientinnen und Patienten von LUNA PREM gibt es ein Poster von Salomé Bonvin, Studentin der Universität Freiburg, Claudie Gaillard, Florence Guenot und Dr. med. Isabelle Gothuey.